In Wolfsregionen müssen umfassende Schutzmaßnahmen ergriffen werden, insbesondere für kleine Weidetiere wie Schafe und Ziegen. Im Jahr 2021 wurden in Deutschland 3.374 Weidetiere getötet oder verletzt, bei denen Wölfe als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnten. Dabei waren zu 85 Prozent Schafe und Ziegen betroffen. In den meisten Fällen war der Herdenschutz unzureichend oder er fehlte gänzlich. Auch Rinder, Pferde und Gehegewild können gelegentlich betroffen sein. Es ist wichtig, flächendeckende Schutzmaßnahmen zu implementieren, da Huftiere eine einfache Beute für Wölfe darstellen.
Wölfe greifen in Deutschland selten Pferde an. Von 2015 bis 2021 wurden 34 Pferde getötet und 18 verletzt, bei denen Wölfe als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnten. Besonders Ponys, Fohlen oder kranke Tiere waren betroffen. Die Wahrscheinlichkeit eines Wolfsangriffs auf ausgewachsene Großpferde ist gering. Dennoch sollten Halter in Wolfsgebieten auf angepasste Schutzmaßnahmen wie Herdenschutzzäune und möglicherweise nächtliche Einstallung achten.
Jede Weide ist anders und Schutzmaßnahmen müssen individuell angepasst werden. Einen hundertprozentigen Schutz vor Wolfsübergriffen gibt es nicht. Jedoch zeigt sich, dass die Übergriffe von Wölfen dort, wo flächendeckend Herdenschutzmaßnahmen entsprechend dem Mindestschutz eingesetzt werden, stark reduziert werden.